„Im Zweifel für die Freiheit“ – Trauer um Werner Maihofer

Werner Maihofer Die Stiftung für die Freiheit trauert um Werner Maihofer. Der frühere Bundesinnenminister war von 1973 bis 1999 Mitglied, von 1996 bis 1999 stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums. Werner Maihofer hat auf die programmatische Entwicklung der FDP großen Einfluss genommen; gleich zwei Programme tragen seine Handschrift: die "Freiburger Thesen" von 1971 und die "Wiesbadener Grundsätze" von 1997.
"Maihofer war einer der Großen der FDP. Er hat politischen Liberalismus als aktive Haltung verkörpert", sagte Wolfgang Gerhardt, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit.
Vor allem die berühmte, vom ihm verfasste Einleitung in das Freiburger Programm gilt bis heute als eine unübertroffene Verdichtung liberaler Grundlagen und Ziele. Vielen Menschen ist Maihofer vor allem aus den 1970er-Jahren bekannt. Er war nur wenige Jahre nach seinem FDP-Eintritt (1969) zum Bundesinnenminister (1974) ernannt worden, wurde in dieser Funktion vor allem mit den Herausforderungen des Terrorismus konfrontiert. Als ein überzeugter Anhänger des Rechtsstaates sah er sich seinerzeit zu problematischen Kompromissen gezwungen.
Nach dem Ausscheiden aus allen politischen Ämtern Ende der 1970er-Jahre lehrte er wieder Rechtswissenschaft, u. a. am Europäischen Hochschulinstitut, unterstützte dabei weiterhin die FDP in allen Grundsatzfragen.
In dem Aufsatz "Liberale Politik 69" schrieb Maihofer: "Liberale Politik bedeutet heute im 20. Jahrhundert aber auch, in der Nachfolge eines Friedrich Naumann, dafür einzutreten, dass die Freiheitsrechte des Bürgers nicht als leere Freiheiten für viele von uns auf dem Papier stehen bleiben, sondern zu erfüllter Freiheit werden in der alltäglichen Wirklichkeit unserer Gesellschaft."
Nachruf von Wolfgang Gerhardt
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